Wenige Minuten vor der Einweihungsfeier des neuen S-Bahn / Bus-Haltepunktes in Rostocks- Stadtteil Warnemünde offenbarte sich die Projektleiterin der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), Catrin Dumrath als überhebliche und absolut unwissende Planerin in Sachen Sozialintelligenz.
Ich wunderte mich zunächst, warum die Behindertenparkplätze am abgelegen Ende des Parkplatzes angelegt wurden. Denn von hier aus ist der Weg, vom, aus Rostock kommenden Gleis etwa 100 Meter länger, wie von der optimalsten Positionierung. Das ist besonders ärgerlich, da man, um von diesem Gleis zum Parkplatz zu gelangen, durch einen Tunnel mit zwei rund 50 Meter langen Rampen rollen muss. Hierzu besteht ein Bericht mit dem Titel:
„Warnemündes Bahnhof, Rechte von Behinderten, Wirtschaftsfaktor für Handel und Tourismus und eine handlungsunwillige Verwaltung. Eine Komposition mit viel Sprengstoff“.
Zunächst konnte ich mir nicht vorstellen, warum man das so widersinnig gelöst hat. Frau Dumrath aber löste das Ganze mit wenigen Worten auf. Man habe von hier aus den kürzesten Weg, vom Fahrzeug, zum stadteinwärts führenden Gleis. Daher ist dieser Weg auch mit Riffelsteinen für Sehbehinderte und Blinde ausgelegt. Ich sah Frau Dumrath zunächst etwas ungläubig an und fragte dann, warum Rollstuhlnutzer, wollen diese auf das Gleis, um in die andere Richtung fahren zu können, einen ca. 100 Meter längeren Weg auf sich nehmen müssen. Jetzt zeigte Frau Dumrath ihr wahres Gesicht. Sie meinte: „Wo wollen sie denn in die andere Richtung hin“? Man muss wissen, es kommt tatsächlich nur noch die Haltestelle „Warnemünde“.
Ich schaute Frau Dumrath sekundenlang an und es ratterte durch meinen Kopf, soll ich die Planerin wegen Diskriminierung anzeigen oder nicht. Meinte dann aber: „Kann es sein, dass Menschen mit Behinderungen auch den Wunsch hegen, nach einen Stadtbesuch, wieder zu ihrem Fahrzeug zurück zu kommen“? Ich sah zunächst in leere Augen. Dann Sekunden des Schweigens. Daran hatte die forsche Planerin Dumrath nicht gedacht. Man konnte förmlich erkennen, dass ihr diese Möglichkeit bisher verschlossen blieb.
Überheblich erwiderte sie: „Sie scheinen sich mit dieser Materie gut auszukennen. Warum haben Sie nichts gesagt, als die Pläne ausgelegt waren“?
Ich gab auf diese Unverschämtheit keine Antwort. Sondern wollte wissen, warum die Rampen der Unterführung so unmöglich ausgeführt wurden. Wieder eine erstaunliche Diskriminierungsattacke. Die Neigung beträgt zwischen vier und sechs Prozent. Die Ruhepodeste betragen ca. zwei Prozent. Hier wurde so, die Planerin, bei der Ausführung geschlampt, da es nicht einfach ist den gewählten Belag, der Architekt hat sich bewusst für einen recht Rauen entschieden, den Anforderungen gerecht zu werden. Es wird irgendwann nachgearbeitet. Ich habe zunächst mich, dann Frau Dumrath gefragt, warum denn ein solch rauer Belage gewählt wurde, da es Erfahrungen und Bauvorgaben gäbe, die glatte Beläge vorsehen. Frau Dumrath: „Der Architekt vertritt die Meinung, dass durch den rauen Belag die Räder der Rollstühle schlechter rückwärts rollen würden“. Ich ließ keine Sekunde verstreichen um ihr zu antworten: „JA, sich aber auch schlechter die Steigungen erklimmen lassen“. Dass man die taktilen Leithilfen ebenfalls erst verspätet nachrüsten musste habe ich nicht nochmals vorgebracht. Ich hatte gegenüber der unfähigen, aber dennoch forsch dümmlichen Planerin Catrin Dumrath ein Würgen zu unterbinden. Ich bot ihr an, den ganzen Parcours mit einem Rollstuhl, den ich immer für solche Zwecke im Fahrzeug habe, abzurollen um Ihre Fehlleistungen und diskriminierende Entscheidungen sofort selber erfahren zu könne. Natürlich war sich Frau Dumrath sofort klar, dass es solche Blöße nicht geben kann und lehnte dankend ab. Schade, Größe wäre es gewesen, wenn die junge Planerin zumindest einen Termin für die Selbsterfahrung vorgeschlagen hätte. So zeigt sich, dass Ihr die Menschen mit Behinderungen einerlei sind. Dieses Bauwerk reiht sich nahtlos in die Sammlung menschenverachtender Tendenzen der Hansestadt Rostock unter der unqualifizierten Leitung, des derzeit unter staatsanwaltlicher Beobachtung stehenden, OB Roland Methling und dessen Gefolgsleute wie den Beirat für Behinderte und chronisch Kranker aber auch der untätigen und hilflos agierenden Behindertenbeauftragten, Frau Petra Kröger sowie auch das Bauamt oder die, mit Baufragen beschäftigen Bürgervertreter, der jeweiligen Bürgerschaftsausschüsse. Besonders dreist war die Aussage der Planerin Dumrath, dass ich mich ja im Vorfeld hätte einbringen können. Auf meine Aussage, dass ich das gern, auch in Rostock, als offizieller Bau-/ Planungsbegleiter tun würde, schluckte Sie und es war deutlich zuerkennen, dass Beratungskosten für Behindertenrechte mal wieder nicht eingeplant waren. Aufgrund der jüngsten Fehlplanungen (Haus der Musik, Tourismuszentrale, oder dem Ortsamt-Mitte) habe ich der Verwaltung bereits mehrfach die Planungs- / und Baubegleitung angeboten. Aber die Stadtoberen, sind scheinbar der Auffassung, dass Fachleute für Feuerschutzplanungen, Sanitärplanungen oder andere Planungsdetails gern gegen Honorar eingesetzt werden können. Berater für nutzeroptimiertes Bauen aber verzichtbar sind. Wenn sich die Stadtverwaltung und ihre SUPERPLANER, wie in diesem Fall Frau Catrin Dumrath, da mal nicht täuschen. Die Nacharbeiten sind in der Regel erheblich kostspieliger. Für die beschrieben Bauprojekte werden diese kommen. Koste es was es wolle! Argumente wie „besondere Aufwendungen für Barrierefreiheit“ oder ähnliche Worthülsen werden dann aber nicht mehr gelten. Nur die Wahrheit kann die Verwaltung und alle mit den Planungen Beauftragten dann noch retten. Einfach die Aussage „Wir haben die Menschenrechte in unserer Stadt vernachlässigt“. Wäre eine Antwort, die den letzen Funken an Aufrichtigkeit glaubhaft werden lassen könnte.
Ist es in diesem Zusammenhang nicht besonders traurig, dass der amtierende Bundespräsident sich auf die Verleihung der Ehrenbürgerwürde freut? Darf eine Stadt, die sich ganz offensichtlich gegen Rechte von Menschen mit Behinderungen ausgesprochen, hat einen Bundespräsidenten in die Zwickmühle bringen, sich als unglaubwürdig darzustellen? Oder darf ein Bundespräsident entgegen seiner Aussagen, sich vor den Karren einer Stadt spannen, die seinen angeblichen Ideologien entgegenwirken?
Darüber sollte sich jeder seine Gedanken machen. Für Interessierte stehen in der regionalen Presse sowie in diesem Blog weitere Mosaiksteine zur Meinungsbildung zur Verfügung. Jeder ist eingeladen sich über die verschiedensten Bauwerke selber ein Bild zu machen. Nach Terminvereinbarung stehe ich persönlich jedem Interessierten auch Organisationen zur Verfügung.
Helge Joachim Blankenstein








