Verfasst von: Institut Impuls | 1. Dezember 2014

Gedanken zum Thema: Inklusion

Helge Joachim Blankenstein

Unternehmer der Wirtschaft wie auch Politiker betonen, anlässlich von Eröffnungen oder Feiern, gern, dass sie besondere Investitionen für „Behinderte“ getätigt haben.

Je länger ich über diese Aussagen und die damit beschriebenen Investitionen in Hinsicht auf nutzeroptimierte Lösungen nachdenke, erschleicht mich ein sehr eigenartiges Gefühl.

Viele dieser Investitionen, welche gemäß der „Sonntagsredner“, wurden nur notwendig, weil es Menschen mit Behinderungen gibt. Also suggeriert dies doch, dass es sich aus Sicht der Bürger, also um vermeidbare Investitionen handeln würde?

Wenn das so wäre, stellt sich mir die Frage, warum diese Investitionen, respektive der dadurch geschaffenen Nutzungsmöglichkeiten, von Menschen benutzt werden, die sich zum Kreis der „nicht Behinderten“ zählen?

Ist es dann eventuell so, dass die Investitionen nicht nur vermeidbar, sondern gar als  unternehmerische Fehlleistung, gelten können?

Oder ist es vielmehr so, dass Entscheider aus Wirtschaft und Politik die Aussagen als Rechtfertigung für Geldverschwendung benötigen?

Es drängt sich mir immer auch eine weitere Möglichkeit für dieses, offensichtlich unökonomische Verhalten auf.

Sind diese Aussagen, unwahr, also verlogen? Wäre das so, würde dies bedeuten, die Lenker der Wirtschaft und die Politiker gleichermaßen belügen uns? Handelt es sich also gar nicht um „unnötige Investitionen“ sondern um das, was ich schon lange vermute? Handelt es sich dabei also nicht um Ausgaben für Verbesserungen der „Barrierefreiheit“?

Handelt es sich also um Investitionen für rd. 80 Mio. Bundesbürger, für die lediglich eine Finanzierungsmöglichkeit gefunden hat? Also Förderprogramme für „Barrierefreiheit zweckentfremdet wurden? Dann würde das bedeuten, dass Bundes- und Landesregierungen jahrzehntelang, über eine Art versteckte Unternehmensförderung, wirtschaftliche Förderungen unter falschen Angaben und großen Umfang geleistet haben? Wenn dies der Fall wäre, könnte es unter Umständen bedeuten, dass die Europäische Union in Bezug auf Subventionsbetrug zu ermitteln hätte.

Ich kam bisher zu keinem eindeutigen Ergebnis, nur zu der Erkenntnis, dass solche Aussagen zu Wahlkampfzeiten häufig, in der Vorweihnachtszeit noch viel häufiger, zu hören sind.

Sind Menschen mit Behinderungen, von den Unternehmen der Wirtschaft, als Marketingvehikel ausgemacht worden? Ich möchte darüber nicht weiter nachdenken, jedoch anmerken, dass in diesem Fall, Betroffene voller Stolz, die Ihnen zustehenden Kosten, für die Vermarktung ihrer Anliegen von den Marketingstrategen einfordern sollten.

Ich denke, einer inklusiven Gesellschaft fehlt derzeit Aufrichtigkeit der Entscheider in den Chefetagen der Wirtschaftsunternehmen und der Politik.

Ob wir das erleben werden?

Helge Joachim Blankenstein

Verfasst von: Institut Impuls | 25. November 2014

NACHGEDACHT

Helge Joachim Blankenstein

Thema: Inklusion -leichte Sprache-

Es kam mir anlässlich eines Interviews in der ARD bei dem Dr. Ilja Seifert unter anderem darauf hinwies, dass Anträge noch lange nicht in leichter Sprache angeboten werden. Da sich dieses Interview in Hinsicht auf die Themenwoche „Toleranz“, kamen mit folgende Gedanken zu diesem Themenbereich in den Kopf.

Inklusion, und das ist ja eines der aufregendsten Ziele der Bundesregierung,  steht doch für absolute Gleichheit für ALLE. Zumindest sollte der weitaus größte Bevölkerungsteil mit Behinderungen ohne fremde Unterstützung selbständig an der Gesellschaft mit all ihren Arbeitsmöglichkeiten, sozialen Schnittstellen, kulturellen und sportlichen wie auch gesundheitsrelevanten Schnittstellen teilhaben können.

Ist es nicht so, dass viele Menschen, also auch Diejenigen, welche bisher nicht als lernbehindert galten Probleme beim Ausfüllen von seitenlangen Fördermittelanträgen oder anderer Formularen haben?

Ist es nicht so, dass dadurch viele Menschen auf Hilfsmittel verzichten, weil ihnen die Antragsformulare zu umständlich sind und sie sich nicht in der Lage sehen, diese situationsgerecht auszufüllen?

Ist es nicht so, dass Umfang und Details der gewünschten Daten immer häufiger datenschutzrechtlich bedenklichen Umfang annehmen?

Wenn wir nun im Sinne des Begriffs „Inklusion“ denken würden, stellt sich doch die Frage, warum eigentlich zwei unterschiedliche Formulargestaltungen mit einem und demselben Zweck? Wäre es nicht sinnvoller, die bisherigen Formulare auf die wesentlichen Details reduzieren würden, diese dann „gesamtverständlich“ umbauen.

Wie ist das überhaupt mit Informationsbroschüren. Hier hebt sich das Sozialministerium sich besonders hervor. Seitenweise werden Informationen in verschachtelten und komplizierten Darstellungen geduckt, versandt und vernichtet. Daneben gibt es genau dieselben Infos in leichter Sprache. Nicht so dick, aber in größerer Schrift. Ein Widerspruch? Oder die Deutsche Bahn. Mobil mit Handicap. Auf rd. 210 Seiten wird alles Notwendige und Unnötige erklärt. Vieles mehrfach an unterschiedlichen Stellen und geänderter Formulierung. Auf ca. 10 Seiten davon in „leichter Sprache“? Wie geht das? Diese Frage habe ich  mir auch gestellt, aber auch nach Stunden des Nachdenkens keine logische Erklärung gefunden. Lediglich diese: Kann es sein, dass eine kleine Gruppe von Menschen, also eine Minderheit, versucht sich über eine andere Minderheit zu stellen.

Es stellen sich hierzu weitere Fragen.  Wer entscheidet im Fall einer „Zwei Intelligenz Gesellschaft“, wer die Formulare in unverständlicher und wer die in leichter Sprache erhalten soll? Ich denke jedoch, es wäre wie bei anderen, „behindertengerechten Angeboten“ wohl so, dass diese Anträge sehr gerne von uns ALLEN genutzt werden würden. So zumindest wäre es, vergleicht man es mit den auf Bahnhöfen extra für Behinderte eingerichteten Aufzügen. Diese werden, ganz selbstverständlich, zu über 90 % von allen Bahnreisenden genutzt.

Inklusion bedeutet ja schließlich Gesellschaft für ALLE. Also Antragsformulare in leichter Sprache für ALLE. Fahrstühle, nicht nur auf Bahnhöfen für ALLE. Dann aber bitte auch Begründungen für Investitionen für ALLE angeben. Einfach Unterscheidungen auflösen. Ist einfacher, ehrlicher, kostensparender und somit gesamtgesellschaftlich „INKUSIV“.

Helge Joachim Blankenstein

Verfasst von: Institut Impuls | 4. November 2014

Deutsche Bahn AG und deren Mobilitätsservice

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Ist es Paternalismus (Bevormundung) oder einfach nur gedankenloses Helfersyndrom?

Paternalismus wurde in den letzten Jahren durch den immer stärker werdenden Ruf nach Selbstbestimmung und Rechten der Menschen mit Behinderungen als antiquiert eingestuft und von vielen bereits aufs Abstellgleis geschoben. Bei der Deutschen Bahn AG scheinbar nicht.

Es handelt sich um den Mobilitätsservice der Deutschen Bahn AG. Die Damen und Herren vor Ort, sind sicher bemüht Reisenden mit Behinderungen, Unterstützung zu leisten. Dennoch kommt es dabei zu derart grotesken Situationen, dass man sich fragt, bei was Betroffene unterstützt werden sollen?

So war es einer rollstuhlnutzenden Reisenden sowie deren Begleiter, nicht möglich den Mobilitätsservice für nur einen der Umsteigebahnhöfe auf dem Weg von Rostock nach München in Anspruch nehmen. Die Aussage der Mitarbeiterin des Mobilitätsservices meinte, dass man den Service  nur für die gesamte Reisestrecke buchen kann, keinesfalls nur für einen Umsteigebahnhof auf einer längeren Strecke. Weiter informierte Sie, dass eine Umsteigezeit von 8 Minuten, zu kurz sei. Es handelte sich dabei um aussteigen aus einem, mit einer fahrzeuggebundenen Rampe ausgestatteten Regionalbahnwagen. Dann auf die gegenüberliegende Seite desselben Gleises und Einstieg in einen Regionalbahnwagen mit fahrzeuggebundener Einstiegshilfe. Wäre sie der Info der Mobilitätsberaterin gefolgt, hätte die Reise zwei Stunden länger gedauert. So jedoch kam die Betroffene mit Ihrem Begleiter ohne Probleme in die Züge, hatte alle Umstiege geschafft und kam mit einer Verspätung von nur rd. 10 Minuten in der Bayerischen Landeshauptstadt an.

Stellt sich die Frage, warum die Bahn Kosten produziert, um persönliche Möglichkeiten Betroffener einschränkt? Ein solches Verhalten ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht unsinnig, aus dem Blickwinkel der Rechte von Menschen mit Behinderungen, könnte dies als „Paternalismus“ (Bevormundung) und somit eine der häufigsten Arten der Diskriminierung bedeuten.

Anders am Bahnhof Stralsund, dort erlebte eine Rollstuhlnutzerin, folgendes:

Sie wollte einen Zug des Regionalverkehrs nutzen. Diese verfügen auf dieser Strecke mit fahrzeuggebundener Rampe. Ihr wurde jedoch morgens bei der Ankunft in Stralsund mitgeteilt, dass sie den gewünschten Zug am Abend nicht nutzen kann, da es bereits zwei rollstuhlnutzende Fahrgäste gäbe und die Zeit für die „Verladung“ eines Dritten nicht ausreichendwäre. Da die Betroffenen sich auf diese Einschränkung nicht eingelassen hatte und zu der von ihr geplanten Zeit vor Ort war, stellte man fest, dass alle drei Rollstuhlnutzer schneller im Fahrzeugen waren, wie die anderen Fahrgäste, die an anderen Türen des Zuges.

Beide Situationen haben sich binnen einem Wochenende abgespielt und dokumentieren, dass Unterstützungen, die am gewünschten Ziel vorbeizielen, durchaus behindern. Also die selbständige Teilhabe ohne Grund einschränken. Auf schulische Kriterien bezogen würde die Bewertung lauten: Am Ziel vorbei „Note 6“.

Sozialintelligentes Handeln setzte nutzerorientiertes Denken voraus. Das ist offensichtlich schwerer als zu Bevormunden. Ist jedoch die Grundlage für Sozialethik (Inklusion).

Stellt sich abschließend die Frage: Handelt es sich bei der Servicebeschreibung „Mobilitätsservice der Deutschen Bahn AG“ um einen Schreibfehler?

Sollte es nicht eigentlich „Immobilisierungsunterstützung der Deutschen Bahn AG“ heißen?

Diese Beschreibung wäre wenigstens ehrlich, sicher auch schlüssiger. Bei diesem Permanentpannenunternehmen?

Verfasst von: Institut Impuls | 24. Oktober 2014

Quantensprung beim DB-Konzern

Bahnhofsgebäude Minden

Dr. Rüdiger Grube hatte wie bei „www.rollingplnet.net“ am 2. Dezember 2013 veröffentlicht mitgeteilt, dass er:

„Kunden öfter mal persönlich anruft“.

Eventuell stinkt dem Bahnchef die Bahnhofstoilette in Minden doch ein wenig zu sehr. Anders ist es nicht zu verstehen, dass er, trotz persönlichem Anschreiben, diese Beantwortung des Hinweises an untere Arbeitsebenen delegierte.

In Rahmen einer Stichprobenüberprüfung haben wir festgestellt, dass sich diese Toilette, zum Zeitpunkt unserer Begutachtung, in einem sehr „beschissenen“  Zustand befand. Diese Erfahrung haben wir dem Bahnchef in einem Brief mit dokumentierenden Fotos persönlich mitgeteilt.

Die „DB Station & Service AG, Regionalbereich West / Düsseldorf“ teilte uns darauf hin schriftlich mit, dass:

(Auszüge aus dem Schreiben)

Sie dankbar für die Schilderungen sind, da dadurch Schwachstellen erkannt werden. Und sie damit die Möglichkeit haben besser zu werden.

Wir erfuhren auch, dass: die Toilettenanlage 1998 nach dem üblichen Stand und mit Absprache der örtlichen Behindertenverbände gebaut wurde und im Jahr 2004 Vandalismus-resistent erweitert wurde.

Es wurde weiter darauf hingewiesen, dass: die Anlage regelmäßig gereinigt wird.

Daher fragen wir öffentlich nochmals nach. Lieber Herr Dr. Grube, wollen Sie Ihren Mitarbeitern der DB Station & Service AG / Düsseldorf ernsthaft abnehmen, dass es einer Grundreinigung bedarf, wenn eine Toilette, wie angeführt, alle zwei Stunden gereinigt wird?

Oder wie es zu dem nicht vorhandenen Seifenspender kommen kann? Ach so, wie schon beschrieben, haben wir keine Bohrlöcher gefunden, die ein früheres Vorhandensein eines Seifenspenders belegen könnte. (s. Foto)

Wie lautet es im Unternehmensleitbild?

Wir überzeugen Kunden, Mitarbeiter und Eigentümer?

Unter 3.3 dieses Leitbildes ist zu erfahren, dass der DB-Konzern „fortschrittlich und lernbereit“ ist. Weiter steht zu lesen dass „Leistung ständig verbessert wird“.

Als Quantensprung verstehen wir den Zeitsprung, aus der Zeit, in der die Welt Seife noch nicht kannte. Da die Ägypter als die Erfinder unserer heutigen Seife gelten, geht das ins 7. Jahrhundert zurück. Und kaum, dass man es sich gewahr wird, hat die Deutsche Bahn schon im 21. Jahrhundert Seife in der Toilette in Minden platziert.

Bahnhofstoilette Waschbecken Minden

Sie werden sicher verstehen, dass wir uns fragen ob es eventuell als Diskriminierend zu bewerten ist, wenn man als Mensch mit Behinderungen, um solche Errungenschaften bitten muss? Oder ist es Ihnen fremd sich die Händen, nach dem Sie Ihren Allerwertesten gereinigt haben, zu waschen?

Wie auch immer.

Lieber Herr Dr. Grube. In Ihrem Hause stinkt es erbärmlich.

Verfasst von: Institut Impuls | 17. Oktober 2014

Ist es Diskriminierung wenn…

Forto aus Werbeprospekt der GEsellschaft

… die Vogtlandbahn-GmbH, Ohmstraße 2, 08496 Neumark, in Ihrer Fahrplanauskunft über die Deutsche Bahn AG, auf einen Zug mit einer fahrzeuggebundenen Rampe verweist, diese dann jedoch real nicht vorhanden ist?

… oder das Zugpersonal, welches am Zug in Leipzig (ohne die zugesagte Rampe) gegenüber einer Rollstuhlnutzerin feststellt, dann müssen Sie einen Zug später nehmen?

… oder ist es eher der Umstand, dass in einem Zug der Gesellschaft, in einem Doppelstockwagen, der für Rollstuhlnutzer ausgewiesen ist, eine rollstuhlgerechte Toilette sucht?

… eventuell doch die unglaubliche Situation, dass in dem oben beschriebenen Doppelstockwagen, zwischen 9 bis 10 Fahrräder eingestellt waren, deren Eigner teilweise sich in ganz anderen Wagen aufgehalten haben, diese teilweise angeschlossen hatten und so ein Aussteigen selbst für „Fußgänger“ fast unmöglich gewesen ist, für Rollstuhlnutzer sowie einen Pärchen mit Kinderwagen, absolut ausgeschlossen war?

… ist es die Arbeitsweise der Zugbegleiterin, welche bis zum Zustieg der vielen Fahrgäste mit Fahrrädern, nach jeden Halt durch den Wagen ging, als die Räder eingestellt waren, kein einzige Mal mehr zu sehen war?

… wenn die Begrenzung der Fahrradmitnahme zwar in den Beförderungsbedingungen angegeben ist, jedoch die Auslegung willkürlich, oder gleich gar nicht Umgesetzt wird?

…. gegebenenfalls auch die Geschäftsleitung, die scheinbar den Begriff „Barrierefrei“ auf Ihrer Internetseite zwar ausgiebig beschreibt, jedoch zwischen Theorie und Praxis keinerlei Verbindung zu bestehen scheint?

Sehr geehrte Herren Knöbel und Trillmich (Geschäftsführer). „Barrierefrei“ bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen Ihre Züge selbständig nutzen können. Also sollten Sie diesen Begriff tunlichst nicht als „billiges Marketinginstrument“ verwenden und aus Ihrem Sprachgebrauch sowie Ihrem Internetauftritt, sofort entfernen.

Diskriminierung könnte sein, wenn durch falsche Informationen, Menschen ausgegrenzt werden oder durch unterlassene Ausübung des Hausrechts die Nutzung für Kundengruppen leichtfertig eingeschränkt, eventuelle Rettungsmöglichkeiten ausgeschlossen werden.

Mit dieser desolaten Leistung, können Sie es, sollte es irgendwann eine Rangliste für „Dienstleistungsferne Unternehmen“ geben, einen der Spitzenplätze einnehmen.

Die Erfahrungen beziehen sich auf die Fahrten:

  • ALX84121 -Hof/München Hbf 12.10.2014
  • ALX355 -München Hbf/Regensburg Hbf 13.10.2014)
Verfasst von: Institut Impuls | 10. Oktober 2014

Was ist Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen eigentlich?

Werbeplakat der RoBau 2014

Werbeplakat der RoBau 2014

Auf diese Frage haben wir, auch nach Jahren unserer Tätigkeit, noch keine eindeutige Antwort gefunden.

Verhält sich die Rostocker Messe- und Stadthallengesellschaft mbH, also vor allem die beiden verantwortlichen Herren Marco Haase und Rainer Harms die für die Organisation der „RoBAU 2014“ zuständig waren, diskriminierend wenn Sie:

Messestände als „Barrierefrei“ kennzeichnen, nur weil die Aussteller keine dicken Podeste verwenden, sondern bodengleich zu erreichen sind? Sehbehinderte, Blinde, Hörbehinderte und Gehörlose, keine Infos erhalten weil entsprechende Unterlagen/Dolmetscher fehlen, Rollstuhlnutzer und Kleinwüchsige zwar unter die Stehtische gelangen, dort jedoch nicht einmal erkannt werden?

oder:

Die Bodenbeläge der Gänge, die durch hochstehende Ecken und lose in die Höhe ragende  Klebestreifen, für Seh- und Gehbehinderte zu einem aufregenden Erlebnis gestalteten?

oder:

Ein „barrierefreie Parcours“ beworben wird, der entgegen unserer Erwartung keine Möglichkeiten aufzeigte, wie Wohnen für Menschen mit Beeinträchtigen vereinfachen kann, sondern es sich dabei, wie es die Mitarbeiter vor Ort als „Kinderbelustigung“ bezeichnet wird?

Oder ist es die scheinbar überhebliche Weigerung der Herren solche Dinge künftig zu ändern und einen, noch während der Messetage erhaltene E-Mail unberücksichtigt ließen?

Gleich ob es sich dabei um eines der Details oder das Gesamtensemble geht, es erscheint uns widerlich wie schamlos die Rechte von Menschen mit Behinderungen zur egoistischen Gewinnmaximierung genutzt werden.

Ist das Diskriminierung?

Dann danken wir der Rostocker Stadthallen GmbH und besonders den beiden Beauftragten der Messe Herrn Haase und Herrn Harms der ROBAU 2014, die uns unter Umständen den Begriff „Diskriminierung“ plakativ näher gebracht haben.

Nicht zu ersten Mal hat das kommunale Personenbeförderungsunternehmen sich als behindertenunfreundlich  geoutete.

Nun hat sich die RSAG erlaubt, eine Vorschrift in Bezug auf die Beförderungen von rollstuhlnutzenden Fahrgästen so abzuändern dass diese Menschen die auf die Nutzung von Rollstühlen angewiesen sind, diskriminiert. In einigen der Linienbusse sind folgende Hinweise zu finden:

Text in Linienbussen der RSAG

(Foto: Institut Impuls)

Die Einschränkung wir deutlich liest man die betreffenden Teile der Verordnung.

Richtlinien

Das Institut Impuls, hat sich bereits vor Monaten, vergeblich, mit dem Hinweis der unzulänglichen Einschränkungen an den technischen Vorstand, Michael Schroeder, gewandt. Wie bereits in Bezug auf den vor Jahren eingeweihten Skandalbau im Warnemünde, vertrat der Vorstand eine durchaus vergleichbare, Haltung.

Der technische RSAG-Vorstand kann aber noch schlimmer. Auf mehreren Fahrten, befanden sich in, den späten Abendstunden,  Bereichen  der Rollstuhlstellplätze, Fahrräder der Busfahrer. Diese waren mit Ringschlössern an den Haltegriffen befestigt.

Fahrrad

(Foto: Institut Impuls)

Diesen Umstand, verbunden mit der Frage wie sich die selbstständig veränderten Beförderungsrichtlinien für Rollstuhlnutzer auf die Beförderung auswirken, hatte der Vorstand zwar wortreich versucht zu umgehen.

Dennoch war die diskriminierende Grundeinstellung der RSAG wieder gegenwärtig. Schroeder hatte den Vorschlag, dass Rollstuhlnutzer ja zum Fahrer gehen könnten und dann bitten könnten, das Fahrrad zu entfernt. IN der Realität würde dies vermutlich bedeuten, dass Betroffene lautstark durch den Linienbus schreien müssten. Denn wie in allen anderen Kommunen, sind auch die Linienbusse der RSAG nicht mit derart breiten Durchgängen ausgestattet, dass Rollstühle durch passen würden.

Scheinbar liegt dem Vorstandsmitglied auch viel daran die überholte Gesinnung auch öffentlich kundzutun. Das Institut bat Schroeder um eine Stellungnahme die zu veröffentlichen geeignet ist. Er verwies auf die zurückliegende, Kommunikation.

Zu erwähnen ist, dass ein früher gestelltes Unterlassungsgesuch der RSAG in Bezug auf den Busbahnhof Warnemünde-Werft, von der Staatsanwaltschaft abgelehnt wurde.

Das Institut hatte das Vorstandsmitglied, in einem Schreiben, um eine Stellungnahme gebeten, welche zur Veröffentlichung geeignet ist. Scheinbar versucht man, als kommunales Unternehmen, nicht einmal, zu vertuschen, dass Menschen mit Behinderungen ungerne in den Linienbussen gesehen werden.

 

Rollstuhlfahrer Bruno Olms kämpft für Kreuzfahrtschiffe ohne Schwellen / Reederei Arosa gibt Einschränkungen zu

Unter dieser Überschrift haben Bruno Olms und die Norddeutschen Neuersten Nachrichten ein Thema aufgegriffen, welches zeigt, dass die Umsetzung der Rechte von Menschen mit Behinderungen, noch in den Kinderschuhen steckt.

Allerdings muss man zunächst einmal festhalten, dass der Begriff „Barrierefrei“ einen eng umrissenen Zustand beschreibt.

Barrierefrei bedeutet:

Das die so ausgelobte Lokation, für alle Menschen, gleich ihrer Behinderung selbständig zu nutzen ist.

Es wird nach heutigen Erfahrungen unmöglich sein, solche Situationen herzustellen. Barrierefrei bedeutet also, dass auch Menschen mit Sinnesbehinderungen, wie Seh- oder Hörbeeinträchtigungen, wie in diesem Fall angegeben, ein Schiff selbständig nutzen können. Dazu gehören dann auch gehbehinderte Menschen unterschiedlichster Schwere selbständig und uneingeschränkt nutzen können müssten.

Eine solche Nutzungsmöglichkeit wird es, betrachtet man es unabhängig, nicht geben.
Diese Erkenntnis bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Anbieter solcher Angebote, ihre Hände in den Schoß legen können und sich auf die Unmöglichkeit berufen.

Es soll nur grundsätzlich klarstellen, dass allein durch eine möglichen Nutzbarkeit für rollstuhlnutzende Gäste keinesfalls von Barrierefreiheit gesprochen werden kann.

Die Aktivitäten von Herrn Olms, sind durchaus zu begrüßen. Haben wir im Rahmen unserer Interessenvertretungen bereits vor Jahren solche, durchaus als Diskriminierung, zu bewertenden Erfahrungen machen müssen.

Die in diesem Bericht dargestellten Aussagen der Pressesprecherin der AROSA – Flusskreuzfahrten GmbH zeigen die ganze Hilflosigkeit, geht es um nutzerbezogene Anforderungen. Gern möchten wir einige Aussagen auf den Prüfstand stellen.

Die Sprecherin Christine Cubasch räumte ein, dass es rollstuhlnutzende Gäste mit Beeinträchtigungen rechnen müssen. So hat Sie informiert:

„dass es keine Fahrstühle gibt“

„dass Rollstuhlfahrer auf den Flussreisen Einschränkungen in Kauf nehmen müssen“

„Auf einigen der Schiffe, so auf den neuen Rhein-Schiffen, seien die Kabinen mit einer breiteren Tür und einem größeren Bad ausgestattet“.

„Außerdem gibt es auf dem zweiten Deck eine Behindertentoilette“.

„Denn von welchem Deck die Passagiere ein- und aussteigen, ist vom     Pegelstand des Flusses abhängig“.

„Das Problem bleiben die Treppen“.

„Auf Wunsch kann gern ein Tisch nahe dem Büfett freigehalten werden, um die Wege möglichst kurz zu halten“.

Diese Zusammenstellung zeigt, dass was wir gelinde gesagt, als Hilfslosigkeit bezeichnen. Es bedarf schon einem ganz besonderen Humor. Einen Humor der vielen Betroffenen im Halse stecken bleibt. Hat die Unternehmenssprecherin „Christine Cubasch“ doch nichts anders getan als die Anliegen möglicher rollstuhlnutzende Gäste, also geldbringende Kunden, mitten ins Gesicht geschlagen. So hat Sie ganz einfach davon gesprochen, dass es von Fluss zu Fluss unterschiedliche Ausstiege geben wird. Dass man aber dazu auf unterschiedliche Decks gelangen müsste wurde mal ganz unterschlagen. Auch wie man auf die Behindertentoiletten gelangen soll, wurde nicht beantwortet. Die sehr auf die Tränendrüse drückende Aussage, dass man von der Tischplatzauswahl die Nähe des Buffets berücksichtigen würde ist schon sehr dick aufgetragen. Ist es nicht eher so, dass sich Nutzern von Rollstühlen schon aus Gründen der eng zusammenstehenden Tische und Stühle, besonders bei hoher Belegung, eine andere Möglichkeit verbietet.

Traurig ist in diesem Zusammenhang, dass die Behindertenbeauftragte der Hansestadt, Petra Kröger, erneut fehlendes Wissen bestätigte. Folgt man Ihrer Aussagen, bezieht auch sie sich ausschließlich auf rollstuhlnutzende Gäste.

Wie sieht es jedoch mit sehbehinderten / blinden Gästen aus? Stehen taktile Informationen wie Rettungsanweisungen, Speisekarten oder andere Gästeinformationen wie Kabinenbeschriftungen oder anders?

Wie sieht es mit der Nutzung von gehörlosen Gästen aus? Steht diesen ein Gebärdensprachendolmetscher zur Verfügung? Besteht die Möglichkeit, dass diese Gäste bei Gefahrensituationen entsprechend informiert werden?

Auch die Angabe, dass in der Hansestadt Rostock 18.000 Einwohner mit Behinderungen und chronischer Erkrankungen leben scheint, unter allumfänglichen Bewertung weit untertrieben. Der demografische Wert von Menschen mit Behinderungen liegt für die Hansestadt bereits bei rd. 22.000 Bürgern mit schweren Behinderungen (GdB 50 +) darin sind die extra aufgeführten Bürger mit chronischen Erkrankungen bereits inkludiert. Würde man auch Menschen mit geringeren Behinderungen (GdB 30 bis 40) einbeziehen, unter denen viele Bürger sind die altersbedingt geh-, seh- und/oder hörbehindert sind, liegt diese Zahl nach vorsichtigen Schätzungen bei rd. 30.000 Personen.

Viel interessanter ist aber die Überlegung, welchen wirtschaftlichen Schaden, einer derart unzureichenden Vorbereitung auf Kundenanforderungen einzugehen, für das Unternehmen darstellt.

Das Gästepotential beschränkt sich keinesfalls auf die Einwohner der Hansestadt, sondern weltweit. Weiter zu Grunde gelegt, dass Teilnehmer von Flusskreuzfahrten eher in der Zielgruppe der Altersgruppe 40+ zu rekrutiert, ist der Anteil motorisch- und/oder sinnesbeeinträchtigter Gäste leicht über dem Durchschnitt liegen wird. Berücksichtig man die Angaben des statischen Bundesamtes, so basiert das Gesamtvolumen bei ca. 16 bis 25 Mio. Menschen. Die Zahl basiert auf den Betroffenen selber und deren Angehörigen die mit 1,5 Personen durchschnittlich bewertet wurden. Diese Grundlage ergibt ein Umsatzpotential von rd. 2 Mrd. Euro. Auch die aktuelle Hilfsmittlerversorgung ermöglicht mehr und mehr Betroffenen die Chance auf selbständige Teilhabe. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass dies für alle Lebensbereiche anzusetzen ist. Also auch wenn viele Dinge des täglichen Lebens von Menschen mit Behinderungen ohne offensichtliche Beeinträchtigungen ausgeführt werden, bestehen in vielen Bereichen doch intensive Unterstützungen.

Ebenso müssten zukunftsorientierte Unternehmen diese Aspekte mehr berücksichtigen und in Planungen einfließen lassen. Besonders für Investitionen, die heute getroffen werden deren Auswirkungen aber viele Jahre Bestand haben. Dazu gehören auch Geschäftsverbindungen die dem zunehmenden Selbstwertgefühl Betroffener Rechnung tragen müssen. Dabei denken wir an die Reisevermittler (Reisebüro) welche in der Regel auf Provisionsbasis arbeiten, Schadensersatzforderungen wegen Buchungsausfällen gegenüber dem Recht unzureichend ausgerichteten Reiseanbieter anmelden könnten.

Wir denken, es ist deutlich, welche katastrophalen Auswirkungen der Wirtschaft entstehen, übergehen Sie weiter die Nutzungsbedingungen für Menschen mit Behinderungen.

Es ist uns klar, dass jeder Mensch ständig Kompromisse eingehen muss, um seine individuellen Vorstellungen umsetzen zu können. Aber die vorsätzliche Verwehrung der Rechte von Menschen mit Behinderungen ist damit nicht gemeint.

Verfasst von: Institut Impuls | 9. Dezember 2012

Wer Andern eine Grube gräbt…

…fällt nicht immer selbst hinein, zumal wenn er Grube heißt und Vorstand des einzigen Personenbeförderungsunternehmens ist, der versucht sich seine Fahrgäste vom Hals zu halten.

Tatort: Hansestadt Rostock, S-Bahnhaltepunkt Holbeinplatz.

Nach guter Bergmannsart hat die Bahn einen Tunnel unter dem bestehenden S-Bahnhof gegraben und einen Fahrstuhl eingebaut. Desweiteren hat man viele neue Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen, dass es einen Zugang für motorisch eingeschränkte Menschen gibt. Auf dem alten Bahnsteig hat man neue Wartehäuschen und Lampenmasten installiert.

Bis zu diesem Zeitpunkt führten nur Treppen auf den hochgelegenen Haltepunkt und dieser war damit  für motorisch eingeschränkte Menschen (Treppenverweigerer) unerreichbar. Nun aber, Dank der Deutschen Bahn, unter der Leitung ihres Grubenbauers,haben diese Personen nun die Chance auf den Bahnsteig zu gelangen. Ganz bequem mit einem wirklich hübschen und schnellen Fahrstuhl. Diese Menschen können auch die schicken neuen Wartehäuschen nutzen, oder analog und digital die Uhrzeit erfahren. Man kann auch die Abfahrtzeiten der S-Bahnzüge studieren. Nur einsteigen in die Wagen, dem eigentlichen Grundbedürfnis, wenn man sich auf einen S-Bahnhaltepunkt aufhält, können Sie nicht.

Warum ist der S-Bahhaltepunkt nicht nutzbar?

Weil zwischen dem Bahnsteig und den Wagen eine Lücke von 30 cm klafft und ein Höhenunterschied von 20 cm zu überwinden ist.

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Zur Verdeutlichung. Wenn man die Diagonale nimmt, klappt eine Grube von den Ausmaßen eines Kanaldeckels zwischen Bahnsteig und Wagentür. Breit genug, dass Hunde, oder Kinder, oder einfach nur etwas unvorsichtige Fahrgäste, plötzlich 60 cm tiefer auf dem Gleisbett landen. Verstehen wir eventuell die Bahnvorstände nur falsch, haben diese etwa die geniale Idee Menschen besonders zu schützen, indem sie diese von der Nutzung ausschließen?

Wie hat die Bahn den Medien dieses Meisterstück erläutert?

Laut dem Sprecher der Deutschen Bahn AG handelt sich um den ersten Bauabschnitt. Im nächsten Bauabschnitt, beginnend im Jahre 2015, wird der Bahnsteig dann um 20 cm erhöht. Das hat dann allerdings zur Folge, dass die dann 3 Jahre Investitionen für die Katz gewesen sind. Wie platt ist eine solche Denkweise, wie arrogant dieses auch noch laut zu sagen und als Vorteil zu beschreiben?

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Auch wenn es sich zunächst wie ein Witz anhört, Bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Die Deutsche Bahn AG müsste alle neu installierten Bauten, Fahrstuhl, Wartehäuschen, Lampenpfähle wieder abreißen, um den Bahnsteig 20 cm zu erhöhen und zu verbreitern um die Fallgruben verschwinden zu lassen. Aber da sich dieser Umbau schon um mehr als 12 Monate verzögerte, ist nach der bahneigenen bekannten Arbeitsweise davon auszugehen, dass der Haltepunkt auch für die nächsten 5 Jahre nicht nutzbar sein wird. Dadurch haben motorisch eingeschränkte Menschen wenigstens die Freude, Fahrstuhl fahren zu können. Und das sogar ohne Wertmarke.

Der Plan, die Medien mit großen Worten zu umgarnen, schlug fehl. Kaum ein Bahnhofsbauwerk, das in den Medien so schlecht wegkam wie dieses.

Der Abgesandte der Landesregierung aus Schwerin, erfreute sich an dem modern wirkenden Bauwerk. (Fahrstuhl) und die damit erreichten Erleichterungen, drehte sich dann schnell ab als versucht wurde, ihn auf die realistischen Ergebnisse hinzuweisen. Plötzlich war er nur ein ganz, ganz kleines Licht.

Erwähnenswert ist auch, dass der Pressesprecher der Deutschen Bahn AG  von seinem Hausrecht gebrauch machen wollte, weil er keine Argumente hatte, als wir mit einem Rollstuhl den vorhandenen Medien zeigten, wie es aussehen würde, wenn man die Grube überwinden wollte. Er bezeichnete dies als Kinderkram und Gefährdung des Fahrverkehrs. Seinem gestressten Gesichtsausdruck zu folgen, war es ihm peinlich, dass die Menschen (Fahrgäste) auf dem Bahnsteig erfuhren welche geballte Dreistigkeit und Unverfrorenheit in den Chefetagen der Deutschen Bahn an den Tag gelegt wird. Dies bedeutet wohl, dass Menschen im Rollstuhl den Bahnverkehr aufhalten und mit Verweis zu rechnen haben. Ist es Weltfremd, oder Hilflosigkeit, oder grenzenlose Überheblichkeit? Egal, Hauptsache die Unfähigkeit auf zwei Beinen bekommen am Monatsende das Bankkonto reichlich gefüllt, dürfen sich auf Steuerzahlermitteln den Bauch vollschlagen. Soll sich jeder seine Gedanken machen. Ca. 8 Mio. Menschen sind schwerbehindert. Darf man hoffen, dass es nicht plötzlich die Bahnvorstände trifft. Nicht auszudenken welcher Aktionismus dann wohl an den Tag gelegt wird, damit alle Fallgruben ganz schnell verschwinden und man urplötzlich ganz bequem in die Wagen der Deutschen Bahn AG ein- und austeigen kann?

Immerhin haben wir erleben können, dass man aus Sicherheit für die Bahnverantwortlichen den Bahnsteig gründlich vom Schnee befreite. Den neuen Zugang zum Fahrstuhl gestreut und die langen Eiszapfen, der über dem Zugang befindlichen Fernheizrohre, entfernte. Alles, um die Vorstände vor Schaden zu schützen. Denn die Tage zuvor war das alles nicht geschehen. Sind Kunden lästig und je weniger kommen desto besser für die Bahn? Das ist auch nicht mehr mit Sarkasmus zu beschreiben. Es ist schlichtweg EKELERREGEND. Anzumerken, dass andere Haltepunkte nicht vom Schnee befreit wurden, da man alle Einsatzkräfte für das Projekt „Vorstandsschutz“ eingesetzt hatte.

Danke Herr Grube. Sie und Ihre Mitstreiter haben wiedermal eindrucksvoll bewiesen, was Verachtung bedeutet. Viele Bürger und Besucher der Hansestadt Rostock dürfen Ihre liebevolle Art der Verachtung für Menschen mit Behinderungen täglich fühlen. Zumindest die nächsten Jahre. Wenn Ihnen bis dahin nicht wieder neue Beleidigungen einfallen.

Den diskriminierenden Vorgehen und Reden der regionalen Bahnvorstände wollte auch der Vertreter der Hansestadt, Tiefbauamtsleiter Heiko Tiburtius, in nichts nachstehen. Bemängelte er doch, dass der Fahrstuhl, er kann ohne Probleme 2 bis 3 Rollstuhlnutzer gleichzeigt transportieren, etwas zu klein geraten ist. Wollte er damit sagen, dass es besser wäre, wenn noch mehr motorisch eingeschränkte Menschen „Züge gucken“ ermöglicht werden könnte? (Dass kann man auch in der heimischen Wohnung an der Modelleisenbahn). Denn er begrüßte, dass nun motorisch eingeschränkte Menschen den Haltepunkt, nicht etwa die Züge, nutzen können. Andere Vertreter vermutlich, aus dem Kreis der Landesregierung, woher kann ansonsten eine geballte Ladung Unwissenheit herkommen – bewegen sich diese Herren nur per Chauffeur durch das Land, haben diese Aussage unterstützt.

Wie anders soll man werten, wenn man Menschen den Zugang zu Bahnsteigen ermöglicht, sogar in den Medien als Schritt in die Barrierefreiheit bewirbt und diese dann lediglich die Züge fahren sehen können. Da wirken die beschwichtigenden Worte, dass es sich zunächst um den ersten Bauabschnitt handelt und man versucht ist Bahnhöfe barrierefrei gestalten zu wollen, nur als Hohn und triefender Missachtung von Menschen mit Behinderungen zu bewerten. Für die Bahnmitarbeiter bedeutet diese scheibchenweise Fertigstellung aber, dass Sie noch oft ein warmes Essen und ein Glas Sekt auf Steuerzahlerkosten genießen können und mit kleinen Scheren bunte Bändchen zerschneiden.

Eine Randnotiz. War es Scham, Arroganz oder nur Bequemlichkeit den Interessenvertreter der Menschen mit Behinderungen waren nicht anwesend. Was auch immer. Auch die Behindertenbeauftragte der Hansestadt sowie der Vertreter des Beirates für Menschen mit Behinderungen und chronisch Kranker glänzten durch Abwesenheit. War es der kalten Witterung geschuldet, oder sitzt man lieber im warmen Büro und zählt die Schweigegelder der Bahnverantwortlichen?

Sicher sind Bauvorhaben und deren Umsetzung nicht immer einfach. So hat die Bahn zu verstehen gegeben, dass man saisonbedingt die Bauarbeiten zwischen ersten und zweiten Bauabschnitt ruhen lassen muss. Welche Saisons die Bahn damit meint, ist nicht weiter bekanntgeworden, nur dass es ca. 3 Jahre  dauern soll bis zur Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes. Nach Bahnzeitrechnung können wir, Normalzeitrechner, vermutlich im Jahr 2020 mit einer neuen Feierstunde am Haltepunkt Holbeinplatz rechnen. Dazu sollte man sich nochmals verdeutlichen, dass die bahneigenen Grubenbauer für die Herstellung des Fahrstuhls bereits mehr als 24 Monate länger als geplant benötigten, um diesen Bahnsteig zur Komplettbarriere werde zu lassen. Eigentlich, so die Bahn, sollte der Haltepunkt inklusive Erhöhung des Bahnsteigs, schon 2011 fertiggestellt sein. Man weiß auch über die Probleme der Fahrgäste mit Kinderwagen und Rollstühlen bescheid. Alles Aussagen, die am Tage der Eröffnung der kritischen Presse mitgeteilt wurden. Zur Verdeutlichung. Die Verantwortlichen der Bahn und der Landesregierung wissen, dass sie Steuergelder sinnlos verprasst haben und hoffen auch noch darauf, dass die Steuerzahler sie auch noch feiern?

Der Bahnverantwortliche Ingo Mau wollte mir auf meine Fragen keine Antwort geben. Er übersah und überhörte mich immer wieder. Eventuell fehlten ihm aber nur sinnvolle Argumente. Stattdessen zeigte er stolz wie ein Spanier auf die wenigen taktilen Hinweise hin, die es auf dem Bahnsteig zu finden gibt. Denn an den Bahnsteigrändern sind keine. Er schien sich dennoch seines unsicheren Bahnsteiges gewahr geworden zu sein. Denn neben den bahneigenen Sicherheitskräften wurde auch noch die Polizei, zu seinem Schutz, um Unterstützung gebeten. Oder war es nur, um vor unbequemen Fragestellern geschützt zu werden?

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Unebenes Pflaster, weißer Farbstrich – kein taktiles Leitsystem

Ein Tipp noch für Stuttgart 21-Gegener. Es besteht keine Gefahr, dass der Bahnhof zu Lebzeiten der heutigen Bevölkerung nutzbar sein wird. So Intelligent wie die Vorstände agieren, vergessen die bestimmt die Treppen. Dafür entsteht im ersten Bauabschnitt eine Fallgrube. Da die Bahn schon mit dem Bau eines S-Bahnhaltepunkt, mit partieller Überdachung, restlos überfordert ist, kann das mit einem aberwitzigen Denkmal eines Grubenfachmannes etwas länger dauern.

Helge Joachim Blankenstein

P.S. Lieber Herr Grube und alle anderen Menschen, die sich mit diesem Bericht ihrer Unfähigkeit bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ertappt sehen und auf die Füße getreten fühlen, steht Ihnen frei diese Aussagen zu widerlegen. Allerdings bleiben Lippenbekenntnisse unberücksichtigt.

Verfasst von: Institut Impuls | 24. September 2012

Das Haus der Musik.

In den Jahren 1864 bis 1867 als Schule gebaut, wurde das Gebäude in den Jahren 2008 bis 2012 restauriert und dient nun als musikalisches Zentrum der Hansestadt Rostock.

Die Gesamtinvestition für die Restaurierung betrug rd. 10.8 Mio. EURO. Wovon 4 Mio. durch die Stadt und 6.8 Mio. durch das Land Mecklenburg Vorpommern getragen wurden.

Leider wurden gesamtgesellschaftliche Nutzungsmöglichkeiten, wie sie überwiegend in der Landesbauordnung festgeschrieben sind und seit Jahren zum üblichen Standard gehören sollten, sträflich vernachlässigt. Dadurch ist nun mit zusätzlichen Kosten für Nachbesserung und Umbauten zu rechnen.

Stellt sich die Frage wer für die, durch künstlerische Freiheit der beteiligten Architekten und Planer, entstandenen Fehler aufkommt.

Unter dem Titel:

Rostocker Verwaltung und das Land Mecklenburg-Vorpommern liefern modernen Schildbürgerstreich ab.

Wurde bereits im März 2012 auf die rechteverletzenden Planungs-FEHL-Leistungen in Zusammenhang mit diesem Mio.-schweren Katastrophenbau (aus Sicht Sinnes- und/oder motorisch eingeschränkter Menschen), hingewiesen.

Durch Einbeziehung eines hierfür fachlich kompetenten Baubegleiters, wären für einige Dinge, wie die großflächige Milchglas/Metallrahmen Abtrennung der Behindertentoilette, nicht entstanden. Allein die Mehrkosten durch Abriss der Milchglaswand und Erstellung einer gemauerten Variante, schlägt mit geschätzten 150.000 EURO zu Buche.

Das Anlegen zweier Behindertenparkplätze auf dem Hofgelände, unter Berücksichtigung vorgeschriebener Bodenbeläge für die reine Fläche und den notwendigen Zugängen dürfte die Nachbesserungskosten um etwa 70.000 EURO erhöhen.

Die bisher erfolgten Nachbesserungen für die Neuanfertigung der Holzeingangstür, die nachträglich angebrachten Taster zum öffnen verschiedener Türen sowie die Rufmöglichkeit für den Treppenlift, betrugen geschätzte 20.000 EURO.

Der, noch während der Bauphase verbreiterte Zugang, welcher durch die Verlegung des Eingangs für Rollstuhlnutzer notwendig wurde, haben wir mit 15.000 EURO bewertet.

Die aktuelle Raumbeschilderung / Infotafeln für Fluchtwege, entsprechen keinesfalls üblichen Maßstäben. Deren Nachbesserung, die auch Rollstuhlnutzern, Sehbehinderten und Kleinwüchsigen die selbständige Orientierung ermöglicht, veranschlagen wir mit 15.000 EURO.

Kleinere Posten wie z.B. eine Hinweistafel am Haupteingang, die auf den rückwärtigen Zugang für Rollstuhlnutzer hinweist, die Behindertenparkplätze im rechtlich verbindlichen Rahmen ausweißt, oder andere Arbeiten betragen nochmals rd. 20.000 EURO.

Die Nachbesserung taktiler Orientierungsmöglichkeiten im Außen- und Innenbereich wird mit rd. 150.000 EURO bewertet.

Zusammengenommen belaufen sich die Kosten auf rd.  450.000 EURO und betragen damit mehr als 4 % der Gesamtinvestition.

Nüchtern betrachtet, ergibt sich folgende Bilanz:

          Mehraufwand durch Fehlleistungen/-planungen €  450.000,- (rd. 4 % der Investition)

Abzgl. Aufwand für Baubegleitung                           €  100.000,- (rd. 1 % der Investition)

         Ergibt einen Minderaufwand (Einsparung)           €  350.000,- (rd. 3% der Investition)

Unberücksichtigt sind Leistungen aufgrund von Schmerzensgeld- oder Schadensersatzleistungen da leichtfertig geltende Auflagen unberücksichtigt blieben oder offenbar bewusst verstoßen wurden.

Die Rechte von Menschen mit Behinderungen sind geltendes Recht!

Aus Sicht von Menschen mit Behinderungen ergibt sich folgendes Bild:

Haus der Musik 3.5.2012

Haus der Musik 19.9.2012

Reduzierung/Einschränkung der selbständigen Teilhabe entgegen rechtlicher Rahmenbedingungen.

Deutliche Einschränkung in der Intimsphäre.

Erhöhtes Unfallrisiko aufgrund ungeeigneter Bodenbeläge.

Aus Sicht aller Bürger ist festzuhalten:

Steuergeldverschwendung in einem gravierenden Fall, durch Verweigerung zeitgemäßer Planung und geeigneter Baubegleiter.

Einschnitte oder Nachteile bei finanzieller Unterstützung anderer sozialrelevanter Aufgaben.

Für diese Fehlentwicklung sind, unter anderem, folgende Unternehmen verantwortlich:

Kommunaler Eigenbetrieb für Objektbewirtschaftung der Hansestadt (KOE)

ARGE Albert / Beyer Gebäudeplanung

Inros Lackner AG technische Ausrüstung

Hannes Hamann Außenanlage

(gemäß vorliegender Veröffentlichungen der KOE)

Entscheiden Sie selber ob sich eine Gesellschaft, im Zeichen der Inklusionsdebatte, solche Verfehlungen leisten darf?

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